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Veranstalter-Rückblick 1996 - 2000

Was hat sich in den vergangenen fünf Jahren in Sachen Münchener Elektronik Börse getan ?

Für den Veranstalter waren die Jahre gekennzeichnet durch das Bestreben an die erfolgreichen Veranstaltungsjahre Anfang der 90er Jahre anzuknüpfen. Leider muß ich zugeben, dass dieses Ziel nicht erreicht werden konnte. Die zigmeterlangen Besucherschlangen vor den Toren der E-Börse am Veranstaltungstag und die Zusatztermine für die Aussteller denen wir für den Haupttermin kein Standplatz mehr reservieren konnten sind wohl leider endgültig vorbei. Es zeichnete sich in den letzten Jahren (auch bei anderen ähnlichen Veranstaltungen) grundsätzlich eine stetig abnehmende Teilnehmerzahl ab. Es bleiben die “Durchschnittsbürger” fern, jedoch bildet sich eine Stammbesucherschar von an der Materie interessierten Profis, Bastlern, Freaks, Sammlern, etc. heraus.

Der Veranstalter
 Eduard Welsch
in Uniform auf der
Elektronik-Börs e
vom 27.11.1999.

Der Münchner Durchschnittskonsument findet für ihn günstige Angebote als Neuware bei den Lebensmittel-Discountern, im Schillicon-Valley, bei den Jupiter-Hansas oder über eine Internet-Auktion und ist somit nicht mehr sehr motiviert den Elektronik - Flohmarkt aufzusuchen. Die Computer- und Elektronik-Börsen wandeln sich immer mehr zu Insider-Treffen. Die technisch interessierten Durchschnittsbürger wieder zu einem Besuch der E-Börse zu motivieren ist - wie die letzten fünf Jahre gezeigt haben - mit einem vertretbaren Aufwand nicht machbar. Auch Flächenwerbung bringt wenig und ist in München zudem teuer. Für jede 1000 DM die mehr für Werbung ausgegeben wird, müßten bei einem durchschnittlichen Besuchereintrittspreis von 5 DM, ca. 200 Besucher mehr kommen, damit zumindest der Mehraufwand ausgeglichen wird. Diese Rechnung geht jedoch leider nicht auf. Ein Veranstalterkollege hat mir bestätigt, dass er deshalb lieber in kleineren Orten Märkte durchführt. Für angemessene Gebühren dürfen dort an verkehrsreichen Kreuzungen Plakate aufgestellt werden, die Saalmieten sind bezahlbar, das Publikum noch nicht so übersättigt. München hingegen hat das Plakatieren (nach diversem Wildwuchs verständlich) riguros eingeschränkt und monopolisiert, womit es teuer wurde, die Raum-Mieten sind bekanntlich hoch und das Publikum genießt die Angebotsvielfalt einer Großstadt.

Selbst die Münchner Messegesellschaft, ausgestattet mit einer um vieles höheren Finanzkraft, mußte ihr engagiertes High-End-Projekt einer Computer-Konsumentenmesse (“bits & fun”, gedacht als “Systems” für´s Volk) nach drei schmerzlich defizitären Jahren sang- und klanglos abbrechen. Trotz edlem Ambiente und der Organisation als Multi-Media-Event in Kombination mit Indoor-Trend-Sport-Einlagen und Mega-Party, Sonderaktionen für Schulen, etc. blieben die namhaften Herstellerfirmen abseits, den lokalen Hädlern war der Aufwand vor dem Hintergrund des absehbaren Nutzens zu groß und am (aus Sicht der Messegesellschaft) Low-End fand man doch tatsächlich einen Teil jener “fahrenden Händler” wieder, die auch auf der Münchener Elektronik Börse Stände bezogen.

Somit gab es dann Anlaß Gespräche zwischen dem Management der “bits & fun” und dem Veranstalter der E-Börse zur Prüfung einer möglichen Kooperation im “Segment Low End” zu führen. Angedacht war die E-Börse als Teil / Event der “bits & fun” in einem eigenen räumlichen Bereich des MOC (Münchner Order Centers in München-Freimann) zu integrieren. Die “bits & fun” hätte die kleinen Aussteller geschickt in einen eigenen Bereich “ausgelagert” und die Elektronik-Börse hätte vom Besucherpotenzial der Konsumentenmesse profitiert. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die anfallende Flächenmiete dem Großteil der Aussteller der Elektronik Börse nicht zu vermitteln gewesen wäre. So scheiterte dieser Plan schon im Ansatz. Und die “bits & fun” insgesamt wenig später. Für die Messegesellschaft der zweite Fehlschlag in diesem Messebereich: Bereits etwa zehn Jahre vorher gab es einen Versuch mit einer Regionalmesse namens “büro + computer”, der ebenfalls eingestellt werden mußte.

Die Elektronik-Börse mußte sich also andere Alternativen überlegen. Eine Idee zur Erschließung neuer bzw. ergänzender Zielgruppen war der Versuch ähnliche Sparten in die Elektronik Börse miteinzubeziehen. So gab es in der Vergangenheit immer wieder Klagen, dass z.B. die klassischen Elektronik-Bastler oder die Funker nicht mehr anzutreffen seien. Die befragten Funker ließen wissen, dass die Münchener Elektronik Börse zu “computerlastig” sei. Also wurde für November 1997 eine Veranstaltung mit einem eigenen Namen (“com & funk”) und an einem eigenen Veranstaltungsort (Halle Zenith, schräg gegenüber dem MOC in München-Freimann und zeitlich parallel zur “bits & fun”) vorbereitet. Auf der Amateurfunkmesse ham-radio in Friedrichshafen wurde entsprechend Werbung gemacht, mit freundlicher Unterstützung des Fachmagazin “funktelegramm” wurde der Termin frühzeitig im redaktionellen Teil und in ganzseitigen Anzeigen bekanntgegeben, alles mit dem Erfolg, dass sowenige Ausstelleranmeldungen eingingen, dass die Veranstaltung abgesagt werden mußte. Auch die interessierten Aussteller aus dem jungen Bereich Mobilfunk konnten dies nicht verhindern

Da die klassischen Funkamateure meist clubgebunden sind, wurde im Vorfeld natürlich auch versucht mit dem DARC (Deutscher Amateur Radio Club) unbefangen zu kooperieren. An der zuständigen Verbandsspitze unterstellte man jedoch leider Konkurrenz oder mögliche Mißverständnisse oder Verwechslungen an der Basis mit eigenen Veranstaltungen und ähnliches oder beides. Kurzum, man wollte die von uns in bester Absicht gebotenen Möglichkeiten - ähnlich wie es mit den Computerclubs der Region München seit vielen Jahren bestens klappt (siehe Club-Berichte) - nicht annehmen und für sich nutzen. Nun hört man auch, dass im Zeitalter von E-Mail und Mobiltelefonie der Amateurfunk auch keine so große Basis mehr hat, umso mehr ist es schade, dass hier eine Chance zum beiderseitigen Nutzen vertan wurde. Wenn es auch mit einer eigenen oder kombinierten Computer- / Elektronik- / Funkbedarf-Veranstaltung nicht geklappt hat, so sind uns die Funker und insbesondere die klassischen Elektronik-Bastler als Teilnehmer nach wie vor willkommen. Für die Aussteller mit klassischen elektr(on)ischen Bauteilen haben wir die Standgebühr sogar drastisch, auf unter die Hälfte der normalen Tischmiete ermäßigt.

Die Standgebühren versuchen wir (im Rahmen der Mieterhöhungen für die Saalmiete des Pschorr-Kellers) möglichst stabil zu halten. In der Zwischenzeit gibt es keine preislichen Unterschiede mehr zwischen den Ständen für Firmen- bzw. privaten Anbietern. Sinkende Margen im EDV-Handel hatten dazu geführt, dass sich immer wieder Händler wegen der günstigeren Standgebühren in den Privatausstellerbereich gemogelt hatten. Diese Variante ist nun gegenstandslos. Lediglich die Tischgrößen sind unterschiedlich: Im kleinen Festsaal (Firmensaal) sind es kleine Tische (ca. 120x80 cm) und im großen Festsaal (Privataussteller) große (außer den Tischen an der Wand). Der Preis liegt umgerechnet bei DM 35,00 pro laufendem Meter Standfläche. Die Eintrittsgelder sind seit Jahren unverändert.

Um Kosten zu sparen und um uns den aktuellen Gegebenheiten anzupassen nutzen wir seit 1996 das World-Wide-Web, also diese Internetseiten, als zeitgemäßes Informations-, Kommunikations- und Reservierungsmöglichkeit. Unsere Interessentendatei, die wir bisher als Basis für unsere Briefrundsendungen verwendet haben, ergänzt sich mehr und mehr mit E-Mail-Adressen. Auf diese Art sparen wir Porto und sind zudem noch schneller. Bitte tragen Sie durch Bekanntgabe Ihrer E-Mail-Adresse und/oder Fax-Nummer dazu bei, dass wir in Kontakt bleiben können (Intressenten- Registrierung). Wir werden wie schon bisher gehandhabt Ihre Daten auch weiterhin nicht weitergeben, auch wenn wir unsere Internet-Präsenz “www.elektronikboerse.de” und “elektronik-recycling.de” zukünftig in Eigenregie betreiben und für Werbung öffnen werden. Unsere Agentur ist zwischenzeitlich auch verstärkt im Werbe- bereich tätig geworden. Sichtbarste Folge davon sind in München in diversen Restaurants Werbeplakatwechselrahmen im Format DIN-A-1 die wir bisher für die Plakatwerbung der Elektronik Börse verwendeten und zukünftig auch anderen Veranstaltern bzw. Werbetreibenden zur Verfügung stellen werden. Dieses Rahmen-Netz sollte ursprünglich unsere eingeschränkten Plakatiermöglichkeiten im öffentlichen Bereich (siehe oben bzw. mein letzter Rückblick ) kompensieren. Inzwischen gibt es neben den “Gastro-Frames” eine zugehörige Internet-Site “www.gastro-muenchen.de” mit dem Verzeichnis der Gastronomiebetriebe im München als Informations- und Werbeplattform.

Ein weiterer Versuch frischen Wind bzw. neuen Schub in die Münchener Elektronik Börse zu bringen, war eine “Testveranstaltung” in der Halle Zenith von der weiter oben bereits die Rede war. Diese ebenerdige, sehr große Halle erfüllte den Wunsch vieler Aussteller nach einem Park- und Entladeplatz nahe zur Halle und ausreichend Bewegungsfreiraum. Für das Veranstaltungsteam war dieser Termin im November 1998 jedoch eine große Herausforderung. Es galt - wortwörtlich - über Nacht eine leere, letztlich unbekannte Halle in der bis 1 Uhr nachts ein Konzert stattgefunden hatte so auszustatten, daß in der Früh ein Markttag stattfinden konnte: 250 Biergartengarnituren anliefern, platzieren und nummerieren, Elektroleitungen für die Stromblockversorgungen legen, Eingangsbereich aufbauen, etc. Zwar wurden diese “Infrastrukturmaßnahmen” mit vereinten Kräften, mit nur einer halben Stunde Verspätung und auf Kosten einer geregelten Parkplatzaufsicht sowie einer stellenweise mangelhaften Hallenbeleuchtung geschafft, aber alle Beteiligten waren es danach auch. Der Aufwand stellte sich als zu groß heraus. Zudem war die Halle nur einmalig zu Sonderkonditionen zu mieten. Obwohl die Veranstaltung an sich durchaus positiv bewertet wurde, bestand zu einer Fortführung der Elektronik-Börse im Pschorr-Keller (d.h. in einem großgastronomischen Betrieb mit “Infrastruktur”) keine richtige Alternative und das Experiment “E-Börse in einer Multifunktionshalle” wird wohl einmalig bleiben. Das Problem, dass die Aufbauphase kurz ist, da Veranstaltungen am Voraband bis nach Mitternacht dauern, stellt sich auch in diesen Räumen, aber die vorhandenen und bekannten Einrichtungen machen den Aufwand noch tragbar.

So wird die Münchener Elektronik Börse ihr 15-jähriges Bestehen auf der November - Veranstaltung am 25.11. 2000 auf der Theresienhöhe feiern, dort wo schon der erste Markttag am 23. November 1985 stattgefunden hatte. Solange der treue Stamm an Ausstellern und Besuchern besteht der an der Veranstaltungsreihe seine Freude hat, werden wir die Münchener Elektronik Börse als “High-End des Low-Cost-Bereichs” auch weiterhin organisieren.

Eduard Welsch (Veranstalter)
 

Historische Homepage zur ehemaligen “Münchener Elektronik Börse”