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Rückblick eines

Die Münchener Elektronik Börse:

Bemerkenswert nützlich

Der Autor:
Arnd Wängler ist begeisterter Audio-, Satellit-, Amateurfunk- (Rufzeichen DG7MHJ) und Computer-Freak. Er ist bekannter Fachautor zu diesen Themenbereichen und arbeitet hauptberuflich als stellv. Chefredakteur des verständlichen Computermagazins PCgo! aus dem CM Consumer Medien Verlag Haar. Er war jahrelang Redakteur des 64´er-Magazins

Unsere Welt ist schnellebig geworden. Früher haben Sie sich einfach ein elektronisches Gerät gekauft und konnten sich dann viele Jahre daran erfreuen. Das könnten Sie auch heute noch mit den jetzt erhältlichen Geräten, wenn da nicht eine wesentliche Veränderung eingetreten wäre: Die ständige Produktverbesserung.

Sie bewirkt, daß ein Gerät praktisch schon veraltet ist, wenn Sie es vom Geschäft nach Hause gebracht haben. Natürlich können Sie sich theoretisch darüber hinwegsetzen und sagen: „Die Leistung meines Gerätes reicht mir". Leider ist diese Absicht meistens nur eine theoretische, denn durch die Vielfalt der Medien erfahren Sie ständig, was es neues gibt. Und dann nagt eine Stimme in Ihnen, die Sie auffordert, sich von Ihrem Eigentum zu trennen und die neueste Technik zu kaufen. Die Folge ist ein recht hoher Gerätedurchsatz in vielen Haushalten. Das gilt vor allem für die Bereiche Video, Audio, TV samt SAT-Technik und Telekommunikation. Besonders schlimm ist es aber in der Computerwelt: Die „Halbwertszeit" eines durchschnittlichen Computers beträgt kaum noch wenige Monate.

Diese Entwicklung, hat ihren eigenen Menschenschlag hervorgebracht: Den Techno-Freak. Und wie jede große Menschengruppe hat auch der Techno-Freak sein Mekka: Die Elektronikbörse.

Hier können sie sich selbst in der Gerätehierarchie hochkaufen (natürlich preisgünstig) und anderen Freaks, die in der Hierarchie (sprich Geldausgabebereitschaft) noch unter ihnen stehen, die eigenen Geräte abtreten. Die Elektronikbörse ist also ein Warenumschlagplatz in alle Richtungen, ein Flohmarkt der elektronischen Träume. Selten habe ich in unserer verwöhnten Gesellschaft eine Veranstaltung gesehen, die eine so treue und fast fanatische Fangemeine hat. Schon in den alten Räumen im Schwabinger Bräu und besonders auf der Theresienhöhe konnte man besonderes sehen: Bereits eine Stunde vor Öffnen der Tore war da eine zweireihige dreihundert Meter lange Schlange vor den Toren zu sehen. So groß war und ist die Begeisterung. Viele Münchner haben die, leider viel zu seltenen, vier Termine im Jahr fest in ihrem Terminkalender.

Dabei geht es nicht nur darum günstig zu kaufen. Es gibt drei weitere wichtige Gründe, die den Elektronik Flohmarkt so interessant machen: Erstens können Sie dort Geräte und Ersatzteile finden, die es sonst nirgendwo mehr gibt. Zweitens trifft man sich mit Gleichgesinnten zum Erfarungsaustausch und drittens hat der Flohmarkt eine eigene unnachahmliche Atmosphäre. Dazu gehört der Geruch von Elektronik, die Stimmen der vielen Menschen und die ganz eigenen Geräusche von den vielen Vorführungen. Allen Kritikern kann man leicht den Wind aus den Segeln nehmen, denn der Flohmarkt erfüllt eine wichtige Aufgabe: Geräte werden wieder- und weiterverwendet, statt auf den Müll zu landen. Mancher Bastler hat es auch geschafft, einem leicht defekten Gerät wieder Leben einzuhauchen.

Ich habe die Elektronikbörse in den letzten Jahren regelmäßig besucht und mich dabei immer außerordentlich wohl gefühlt. Interessant ist die Entwicklung der angebotenen Waren: Echter Schrott hat keine Chance. Die meisten der feilgebotenen Waren funktionieren tadellos und sind teilweise auf allerneuestem Stand. Die Elektronikbörse ist also immer ein Spiegel der aktuellen technischen Entwicklung und eine Rückschau auf vergangene Tage.

Interessant ist auch das Engagement der ehrenamtlichen Vertreter der örtlichen Computerclubs, die besonders in den ersten Jahren wahre Pionierarbeit geleistet haben. Besonders danken möchte ich dem ACM, zu dessen Gründungsmitgliedern ich gehören durfte, für den mir aber in den letzten Jahren die Zeit fehlte. Kein Flohmarkt verging, ohne die Anwesenheit eines ACM-Vertreters.

Ich hoffe, daß die Elektronikbörse auch in Zukunft eine feste Einrichtung in München bleibt. Wenn es nach mir ginge, würde ich mir sogar eine feste Halle mit wöchentlichen Veranstaltungen wünschen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ein anderes mal erzählt werden soll.
 

Historische Homepage zur ehemaligen “Münchener Elektronik Börse”