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Rückblick des Reservierungsbüros

AUS DEM NÄHKÄSTCHEN

“Guten Tag, Münchener Elektronik Börse, Mathes am Apparat.”
...
“Selbstverständlich können Sie bei mir noch einen Tisch für unsere nächste Veranstaltung reservieren Herr X.. Sie sind ja bereits in unserer Kundendatei gespeichert und haben vermutlich einen Saalplan vor sich liegen mit der Verteilung der Tische.”
...
“Dann sagen Sie mir doch bitte, wo sollte denn Ihr Tisch möglichst sein?”
...
“Tut mir leid, aber die Wandtische sind schon alle vergeben.”
...
“Ja die 55 ist noch frei. Wieviel Ausstellerausweise benötigen Sie?”
...
“Gut dann schicke ich Ihnen also eine Auftragsbestätigung über einen Tisch und zwei Ausweise. Bitte überweisen Sie uns den Betrag dann bis zum angegebenen Termin oder aber schicken Sie uns einen Scheck, wir schicken Ihnen dann wie üblich die Ausstellerausweise ca. eine Woche vor der Veranstaltung zu.”

So hört es sich im Normalfall an, wenn man auf der Münchener Elektronik-Börse für einen Tag einen oder mehrere Tische die seinigen nennen will. Viele der Anrufer sind auf jeder Veranstaltung dabei und haben als Stammkunden auch häufig ganz genaue Vorstellungen, wo im Saal sie sich das große Geschäft erwarten. Im Rahmen unserer Möglichkeiten, versuchen wir auch alle Wünsche zu erfüllen. Diese Stammkunden haben natürlich auch keine Möglichkeit mehr unerkannt zu bleiben, denn nach 10 Jahren telefonischer Reservierung und Verwaltung der Adressendateien für die Elektronik-Börse, bin ich mit den Wünschen, Namen und Gesichtern schon bestens vertraut ... und schließlich sieht man sich ja auch drei Mal jährlich am Ausstellereingang am Samstag- oder Sonntagmorgen und hofft gemeinsam auf viele kaufwillige Besucher. Damit keiner unserer Stammkunden die wichtigen Termine vergißt, bekommen alle regelmäßig unsere Elektronik - Börsen - Post.

Besonders beliebt machen sich bei der "Verwaltung" natürlich die, die dann auch fristgerecht überweisen, die anderen stürzen mich dann mit schöner Regelmäßigkeit in immer den gleichen Konflikt: zahlt er noch?? Zahlt er nicht?? Er war doch sonst immer so zuverlässig!? Letztendlich, manchmal mit ein paar Tagen Toleranz fällt dann die Entscheidung zu Gunsten der Warteliste, die all jene aufnimmt, die zunächst keinen Platz mehr im Saal bekommen. 10 Jahre Reservierungsalltag haben dann doch gezeigt, daß es besser ist denen noch eine Chance zu geben, die darauf warten als darauf zu warten, ob die ihre Chance nützen, die sie schon gehabt hätten. Denn leere Tische am Veranstaltungstag und volle Lager bei so manchem Aussteller ist für alle Beteiligten unbefriedigend.

Wir haben es uns und den Ausstellern nicht von Anfang an so leicht gemacht. Zwar war eine telefonische Reservierung schon immer möglich, auch haben wir die Aussteller dazu motiviert den Betrag schon vorher zu überweisen ... doch dann durften sie alle am Tage X sich in eine lange Schlange stellen, damit sie von uns Ihre Ausstellerausweise bekamen, die, die bezahlt hatten ebenso wie die, die noch nicht bezahlt hatten. So daß wir dann, in der Regel zwei Elektronik - Börsen Mitarbeiter hinter einem kleinen Tisch uns einer sehr sehr langen Schlange ungeduldigster Aussteller gegenübersahen. Obschon wir schnellstens versuchten alle Bedürfnisse zu stillen, sank die Stimmung, stieg die Spannung und manchmal gab es kleine Explosionen. Nach den ersten Jahren hatten wir dann doch genug von diesem Nervenkitzel und führten den momentanen Ablauf ein: Bezahlung der Standgebühr vor der Veranstaltung per Scheck oder Überweisung und das Verschicken der Ausstellerausweise.

Seitdem ist es viel ruhiger am Ausstellereingang, deshalb aber noch lange nicht langweilig, und immer wieder schön die gleichen Leute begrüßen zu dürfen. Leider wird so mancher immer noch etwas ungeduldig, wenn wir unseren beliebten Eingang einige wenige Minuten nach dem offiziellen Termin erst öffnen, vielleicht würde er auch das anders sehen, wenn er uns schon seit Stunden wie die fleißigen Bienchen hätte durch den Saal schwirren sehen, um die Tische, deren Nummerierung und die Stromkabel vorzubereiten. Häufig war noch bis tief in die Nacht der Saal mit einer anderen Veranstaltung gefüllt und unsere Bienchen dürfen erst spät in der Nacht oder aber früh am Morgen an die Arbeit gehen.

Als zehnjährige Insiderin kann ich aber auch noch von einem anderen großen Spannungsmoment berichten: um 10 Uhr wenn Besuchereinlaß ist, die Aussteller hoffnungsfroh hinter ihren Tischen stehen, die sich unter der Last der verkaufsbereiten Ware biegen ... dann beginnt noch mal für uns, im allgemeinen sind wir zu zweit der Kampf um den Tisch hinter dem wir die Eintrittskarten an den Mann oder die Frau bringen möchten.... zerdrücken die ungeduldigst hereinströmenden Besuchermassen uns hinter demselbigen, oder können wir genug Widerstand entgegensetzen. Kein Anlaß zur Besorgnis, bisher haben wir es noch immer geschafft, auch wenn der Tisch schon einige Male bedenklich in Bewegung kam. Doch wer wäre nicht ungeduldig, stünde er schon seit einer halben Stunde oder womöglich noch länger an einem Sonntagmorgen vor einer verschlossenen Tür, hinter der er viele interessante Disketten, Bauteile, Monitore etc. vermutet? Aber der Weg zu dem verlockenden Angebot führt nun mal an unserem Tisch vorbei, dem Stand mit dem Verkauf von Papier in der Form von Eintrittskarten und das auch erst, wenn wir den Ausstellern die versprochene Zeit zum Aufbau ihres Materials gegeben haben.

Erstaunlich viele gehen bei jeder Veranstaltung am Eingang vor uns auf die Knie ... nämlich all jene, die sich damit erhoffen den Eintritt zum Kindertarif (bis 12 Jahre ) zu erarbeiten, der dann auch mit piepsiger Stimme verlangt wird. Abgesehen von diesen großen Kindsköpfen, gibt es viele, die ihre alltägliche Tätigkeit mittels Studenten- oder Azubiausweis nachweisen und dadurch in den Genuß einer kleinen Ermäßigung kommen. Der Prozentsatz an männlichen Besuchern ist größer, viele Frauen sind mehr als Begleitpersonal denn aus eigenem Interesse da. Einige wenige verlassen den Saal schon schnell wieder, nicht selten deshalb, weil sie durch die Masse der Besucher keine Ware mehr erkennen und ihnen das Gedränge die Lust nimmt, andere sieht man am Vormittag den Saal betreten und erst nach vielen Stunden vollgeladen wieder den Heimweg antreten.

Nach dem Zwölfuhrläuten wird es dann auch meistens etwas ruhiger, es steht keine endlose Schlange mehr vor der Türe und in die Stauungen im Saal kommt auch allmählich wieder Bewegung.

Die Autorin: Michaela Mathes organisierte viele Jahre lang den Reservierungsservice und die Austeller- und Besucherbetreuung der Münchener ELEKTRONIK-BÖRSE.
 

Historische Homepage zur ehemaligen “Münchener Elektronik Börse”